TL;DR: Ein erfolgreicher Wohnungsverkauf in Wien steht und fällt mit zwei Dingen: einem rechtssicheren Maklervertrag und einem professionellen Exposé. Objekte mit hochwertigen Fotos und vollständigen Unterlagen erzielen laut Marktanalysen 8–12% höhere Verkaufspreise. Dieser Leitfaden zeigt, worauf Sie als Eigentümer achten müssen.
Der Verkauf einer Wohnung in Wien ist für die meisten Eigentümer die größte finanzielle Transaktion ihres Lebens. Zwischen 3.500 und 16.000 Euro pro Quadratmeter — je nach Lage und Ausstattung — liegen die Kaufpreise 2026 im Wiener Markt. Kein Wunder, dass Fehler bei Maklervertrag oder Exposé teuer werden können.
Was muss ein Maklervertrag beim Wohnungsverkauf enthalten?
Das österreichische Maklergesetz (MaklerG) legt klare Mindestanforderungen fest. Ein rechtssicherer Maklervertrag enthält:
- Art des Auftrags: Alleinvermittlungsauftrag (exklusiv) oder einfacher Maklerauftrag (nicht exklusiv)
- Laufzeit und Kündigungsfristen: Üblich sind 3–6 Monate mit 14-tägiger Kündigungsfrist
- Provisionshöhe: Gesetzlich gedeckelt auf max. 3% des Kaufpreises zzgl. 20% USt. je Seite
- Leistungsumfang: Was genau übernimmt der Makler — Exposé, Besichtigungen, Verhandlungen, Notarkoordination?
- Reservierungsmodalitäten: Was passiert, wenn ein Käufer ein Kaufanbot stellt?
Vorsicht beim Alleinvermittlungsauftrag: Dieser schließt Sie von der Eigenvermarktung aus. Wenn Sie in dieser Zeit selbst einen Käufer finden, schulden Sie dem Makler trotzdem die Provision.
Wie gestaltet man ein professionelles Immobilien-Exposé?
Das Exposé ist das erste, was potenzielle Käufer sehen — und der erste Eindruck entscheidet. Laut Marktanalysen erzielen Objekte mit professionellen Fotos in Wien durchschnittlich 8–12% höhere Angebotspreise als vergleichbare Objekte mit schlechten Bildern.
Ein überzeugendes Exposé enthält:
- Hochwertige Fotos — Weitwinkelobjektiv, natürliches Licht, alle Räume inklusive Blick aus dem Fenster
- Grundriss — Maßstabsgetreu, mit Raumbezeichnungen und Quadratmeterangaben
- Energieausweis — Seit 2012 gesetzlich Pflicht beim Verkauf (Kosten: 200–500 Euro)
- Vollständige Objektbeschreibung — Baujahr, Sanierungen, Heizungsart, Betriebskosten
- Lagebeschreibung — U-Bahn-Entfernung, Schulen, Einkauf, Grünflächen
- Kaufpreis und Nebenkosten — Transparenz schafft Vertrauen und spart Verhandlungszeit
Welche Unterlagen brauche ich für den Wohnungsverkauf in Wien?
Fehlende Dokumente verzögern den Verkaufsprozess um durchschnittlich 4–8 Wochen und kosten damit bares Geld. Bereiten Sie frühzeitig vor:
- Aktueller Grundbuchauszug (beim Bezirksgericht oder online über das Grundbuch-Online-Portal)
- Wohnungseigentumsvertrag und Teilungsplan
- Letzte 3 Betriebskostenabrechnungen der Hausverwaltung
- Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen — Käufer wollen Rücklagenstand und geplante Investitionen kennen
- Nachweise über Sanierungsarbeiten (Fenster, Heizung, Leitungen)
- Gültiger Energieausweis (max. 10 Jahre alt)
Wie finde ich den richtigen Verkaufspreis für meine Wohnung?
Der häufigste Fehler beim Wohnungsverkauf: Der emotionale Wunschpreis liegt weit über dem Marktwert. Das führt zu langen Vermarktungszeiten und am Ende zu einem niedrigeren Verkaufserlös, weil das Objekt “verbrannt" wirkt.
Wiener Quadratmeterpreise 2026 nach Bezirk (Richtwerte für Eigentumswohnungen):
- 1. Bezirk (Innere Stadt): 10.000–16.000 Euro/m²
- 3., 4., 7., 8., 9. Bezirk: 6.000–9.500 Euro/m²
- 13., 18., 19. Bezirk: 5.500–8.500 Euro/m²
- Außenbezirke (10., 11., 22., 23.): 3.500–5.500 Euro/m²
Eine professionelle Marktbewertung durch einen ortskundigen Makler ist kostenlos und unverbindlich, und sie ist das wichtigste Werkzeug für eine realistische Preisfindung.
Alleinvermittlungsauftrag oder einfacher Auftrag: was lohnt sich?
Die Wahl der Auftragsart entscheidet mehr über den Verkaufserfolg, als viele Eigentümer vermuten. Beim einfachen Maklerauftrag dürfen Sie mehrere Makler parallel beauftragen und zusätzlich selbst vermarkten. Das klingt nach mehr Reichweite, führt in der Praxis aber oft zum Gegenteil: Erscheint dieselbe Wohnung gleichzeitig auf mehreren Portalen mit unterschiedlichen Fotos und teils abweichenden Preisen, wirkt das Objekt unseriös und überall verfügbar. Käufer schließen daraus, dass sich das Objekt schwer verkaufen lässt, und kalkulieren von vornherein einen Abschlag ein.
Der Alleinvermittlungsauftrag gibt einem Makler das exklusive Vermittlungsrecht für eine festgelegte Laufzeit, in Wien üblich sind drei bis sechs Monate. Im Gegenzug investiert der Makler in professionelle Fotos, Home Staging, bezahlte Inserate und gezielte Off-Market-Ansprache, weil er weiß, dass sich dieser Aufwand bei erfolgreichem Abschluss bezahlt macht. Für hochwertige Wohnungen ist das in der Regel die bessere Wahl. Achten Sie auf eine faire Kündigungsklausel und darauf, dass die Provision wirklich nur im Erfolgsfall anfällt.
Ein Sonderfall ist die sogenannte Nachweisklausel: Vereinbaren Sie, dass die Provision auch dann fällig wird, wenn Sie innerhalb der Laufzeit selbst einen Käufer finden, geben Sie ein Stück Eigenkontrolle ab. Lesen Sie diesen Passus genau und lassen Sie sich erklären, welche Eigenleistungen in der Vertragslaufzeit noch erlaubt sind.
Provision beim Wohnungsverkauf in Wien: wer zahlt was?
Beim Immobilienverkauf, anders als bei der Vermietung, gilt in Österreich kein Bestellerprinzip. Die Maklerprovision können Käufer und Verkäufer frei vereinbaren. In der Praxis hat sich in Wien ein Modell mit je drei Prozent des Kaufpreises zuzüglich 20 Prozent Umsatzsteuer pro Seite etabliert. Gesetzlich gedeckelt sind maximal drei Prozent je Seite, bei sehr günstigen Objekten gelten geringfügig höhere Höchstsätze.
Tritt der Makler für beide Seiten auf, spricht man von Doppelmaklertätigkeit. Diese ist in Österreich zulässig, muss aber offengelegt werden, ebenso wie ein etwaiges wirtschaftliches oder familiäres Naheverhältnis zu einer der Parteien. Seriöse Makler weisen beides transparent im Vertrag aus. Klären Sie vor Unterschrift, ob die ausgewiesene Provision netto oder brutto gemeint ist, denn die 20 Prozent Umsatzsteuer machen bei einem Wiener Kaufpreis schnell mehrere Tausend Euro Unterschied.
Wichtig: Die Provision ist erst mit dem rechtswirksamen Zustandekommen des Kaufvertrags verdient. Lassen Sie sich auf keine Vorab- oder Aufwandspauschalen ein, die unabhängig vom Verkaufserfolg zu zahlen wären. Ein professioneller Makler trägt das Vermarktungsrisiko mit.
Exposé-Text, der verkauft: Struktur, Sprache, Reihenfolge
Gute Fotos öffnen die Tür, der Text führt durch die Wohnung. Die häufigsten Schwächen in Wiener Exposés sind generische Floskeln (charmant, gemütlich, ideal für Anleger) ohne konkrete Substanz. Käufer überfliegen Inserate in Sekunden, deshalb gehört das Stärkste nach vorne: die echte Wohnfläche, die Lage auf Bezirksebene, das Baujahr beziehungsweise der Sanierungsstand und ein klares Alleinstellungsmerkmal wie Freifläche, Ausblick oder Ruhelage.
Schreiben Sie konkret statt werblich. Statt ruhige Lage besser fünf Gehminuten zur U4, Innenhoflage ohne Straßenlärm. Statt hochwertig saniert besser Fenster und Heizung 2023 erneuert, Parkettboden geschliffen. Solche Angaben schaffen Vertrauen, reduzieren Rückfragen und filtern unpassende Interessenten von selbst aus. Vermeiden Sie zugleich Übertreibungen, denn jede Aussage im Exposé kann gewährleistungsrechtlich relevant werden, wenn der Käufer sich später getäuscht fühlt.
Eine bewährte Reihenfolge: kurzer Aufmacher mit dem stärksten Argument, dann Eckdaten als Liste, danach ein Absatz zur Raumaufteilung und zum Zustand, anschließend Lage und Infrastruktur mit konkreten Entfernungen, zum Schluss Kaufpreis, Betriebskosten und Hinweis auf den Energieausweis. Dieser Aufbau bedient sowohl die schnellen Überflieger als auch die gründlichen Leser.
Home Staging, Fotografie und Timing
Professionelle Fotografie ist die mit Abstand renditestärkste Einzelmaßnahme im gesamten Verkaufsprozess. Ein Fototermin mit Weitwinkelobjektiv, Stativ und Aufnahmen bei Tageslicht kostet in Wien zwischen 150 und 400 Euro und hebt die wahrgenommene Wertigkeit spürbar. Aufgeräumte, entpersonalisierte Räume wirken größer und lassen Interessenten leichter ein eigenes Leben in der Wohnung vorstellen. Schon das Entfernen privater Fotos, das Reduzieren von Möbeln und neutrale Textilien machen einen messbaren Unterschied, ganz ohne aufwendiges professionelles Staging.
Beim Timing zählt die Marktlage mehr als die Jahreszeit. Frühling und Herbst gelten in Wien als nachfragestärkste Phasen, entscheidend sind aber Zinsniveau und das lokale Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Wichtiger als der perfekte Monat ist ein realistischer Startpreis: Wohnungen, die zu hoch eingepreist starten und nach Wochen reduziert werden müssen, erzielen am Ende fast immer weniger als Objekte, die von Beginn an marktgerecht angesetzt sind.
Die fünf teuersten Fehler beim Wohnungsverkauf
- Überhöhter Wunschpreis: Das Objekt bleibt liegen, wird mehrfach reduziert und verliert an Attraktivität. Käufer wittern eine Schwäche und bieten unter Marktwert.
- Unvollständige Unterlagen: Fehlen Grundbuchauszug, Energieausweis oder Versammlungsprotokolle, verzögert sich der Abschluss um Wochen und seriöse Käufer springen ab.
- Schlechte Fotos: Dunkle Handyaufnahmen entwerten auch eine gute Wohnung und kosten direkt am Angebotspreis.
- Verschwiegene Mängel: Wer bekannte Schäden verschweigt, riskiert nach dem Verkauf Gewährleistungs- oder Schadenersatzforderungen. Transparenz schützt rechtlich.
- Emotionale Verhandlung: Wer ohne klare Preisuntergrenze und ohne Distanz verhandelt, lässt sich leichter drücken. Ein Makler als Puffer hält die Konditionen stabil.
Steuern beim Wohnungsverkauf: ImmoESt in Kürze
Beim privaten Verkauf einer Eigentumswohnung fällt in Österreich grundsätzlich die Immobilienertragsteuer (ImmoESt) in Höhe von 30 Prozent auf den Veräußerungsgewinn an. Wichtige Ausnahmen sind die Hauptwohnsitzbefreiung, wenn Sie die Wohnung durchgehend als Hauptwohnsitz genutzt haben, sowie die Herstellerbefreiung bei selbst errichteten Gebäuden. Für vor 2002 erworbene Altobjekte gelten günstigere pauschale Regelungen.
Die ImmoESt wird in der Regel über den Parteienvertreter (Notar oder Rechtsanwalt) selbst berechnet und abgeführt. Da die Details vom Anschaffungszeitpunkt, der Nutzung und etwaigen Sanierungen abhängen, lohnt sich frühzeitige Klärung. Eine ausführliche Darstellung der Steuerfragen finden Sie im Artikel Eigentumswohnung verkaufen in Wien: der Steuer-Guide.
Off-Market verkaufen: wann ist diskrete Vermarktung sinnvoll?
Nicht jede Wohnung gehört auf die großen Portale. Beim Off-Market-Verkauf wird das Objekt nicht öffentlich inseriert, sondern gezielt einem vorqualifizierten Käuferkreis angeboten. Das ist vor allem in drei Situationen interessant: bei hochpreisigen Objekten, bei denen Diskretion gewünscht ist, bei vermieteten Wohnungen, deren Mieter nicht über den Verkauf informiert werden sollen, und bei Eigentümern, die ihr Vermögen nicht öffentlich zeigen möchten.
Der Vorteil liegt in der Ruhe und Exklusivität: keine Dauerinserate, keine Besichtigungstouristen, kein Preisverfall durch lange Vermarktungszeiten. Voraussetzung ist allerdings ein Makler mit einem echten, gepflegten Netzwerk aus zahlungskräftigen und vorgeprüften Interessenten. Ohne diesen Verteiler bleibt Off-Market wirkungslos. In der Praxis lassen sich diskret vermarktete Wiener Objekte oft innerhalb von vier bis acht Wochen vermitteln, deutlich schneller als der öffentliche Durchschnitt.
Besichtigungen organisieren und Interessenten vorqualifizieren
Der größte Zeitfresser im Verkaufsprozess sind Besichtigungen mit Interessenten, die weder Bedarf noch Bonität mitbringen. Eine saubere Vorqualifizierung spart Wochen. Klären Sie vor jedem Termin die wichtigsten Punkte: Ist die Finanzierung grundsätzlich gesichert oder bereits von einer Bank bestätigt? Handelt es sich um Eigennutzung oder Kapitalanlage? Bis wann soll der Kauf abgeschlossen sein?
Bewährt haben sich Einzelbesichtigungen statt Massentermine. Sie wirken hochwertiger, geben Raum für ehrliche Fragen und verhindern, dass sich Interessenten gegenseitig den Termin verderben. Bereiten Sie die Wohnung jedes Mal sorgfältig vor: gelüftet, hell, aufgeräumt, mit bereitliegenden Unterlagen. Halten Sie nach jeder Besichtigung kurz fest, wer ernsthaftes Interesse signalisiert hat, und bleiben Sie aktiv im Nachfassen. Wer auf Rückmeldungen wartet, verliert oft den heißesten Interessenten an ein schnelleres Konkurrenzobjekt.
Vom Kaufanbot zum Kaufvertrag: der rechtliche Ablauf
Hat ein Interessent ernsthaftes Kaufinteresse, gibt er ein schriftliches Kaufanbot ab. Dieses Anbot ist bei einer festgelegten Bindungsfrist verbindlich: Nehmen Sie es innerhalb der Frist an, kommt der Kaufvertrag rechtlich zustande. Unterschreiben Sie ein Anbot daher nie unter Zeitdruck und nie, bevor Preis, Übergabetermin und Konditionen klar sind.
Nach der Einigung erstellt der Parteienvertreter, also Notar oder Rechtsanwalt, den Kaufvertrag. Üblich ist die Abwicklung über ein Treuhandkonto: Der Käufer überweist den Kaufpreis an den Treuhänder, der ihn erst freigibt, wenn die Eigentumsübertragung im Grundbuch gesichert ist. Das schützt beide Seiten. Mit der Unterschrift fallen für den Käufer die Nebenkosten an, vor allem die Grunderwerbsteuer von 3,5 Prozent und die Eintragungsgebühr von 1,1 Prozent des Kaufpreises. Die Schlüsselübergabe erfolgt zum vereinbarten Termin gegen ein Übergabeprotokoll mit Zählerständen und Mängelvermerken. Erst dann ist der Verkauf abgeschlossen.
Energieausweis: Pflichten, Klassen und Kosten im Detail
Der Energieausweis ist beim Verkauf in Österreich seit 2012 gesetzlich verpflichtend und muss spätestens bei der Inseratschaltung vorliegen. Schon im Inserat sind der Heizwärmebedarf (HWB) und der Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE) anzugeben. Fehlt der Ausweis, drohen Verwaltungsstrafen, und Käufer haben Anspruch auf Vorlage. Ein Ausweis ist zehn Jahre gültig, die Erstellung durch einen befugten Sachverständigen kostet für eine Wohnung in Wien meist zwischen 200 und 500 Euro.
Die Energieklassen reichen von A++ (sehr effizient) bis G. Bei sanierten Altbauwohnungen liegt der Wert oft im mittleren Bereich, bei Neubauten deutlich besser. Eine gute Klasse ist ein echtes Verkaufsargument, weil sie niedrige Betriebskosten verspricht. Lassen Sie den Ausweis frühzeitig erstellen, denn die Terminvergabe bei Sachverständigen kann gerade in der Hauptsaison einige Wochen dauern.
Mit oder ohne Makler verkaufen: der ehrliche Vergleich
Ein Privatverkauf spart die Verkäuferprovision, das ist der offensichtliche Vorteil. Dem stehen Aufwand und Risiko gegenüber: Sie übernehmen Bewertung, Fotografie, Exposé, Terminkoordination, Vorqualifizierung, Verhandlung und die Abstimmung mit dem Parteienvertreter selbst. Fehler bei Preissetzung oder Vertragsgestaltung können die ersparte Provision schnell übersteigen. Wer Zeit, Marktkenntnis und Verhandlungsroutine mitbringt, kann privat verkaufen. Wer ein Top-Ergebnis ohne eigenes Risiko will, fährt mit professioneller Begleitung meist besser. Die Argumente für beide Wege haben wir im Artikel Immobilie verkaufen ohne Makler in Wien ausführlich gegenübergestellt.
Checkliste: in zwölf Schritten zum erfolgreichen Wohnungsverkauf
- Kostenlose Marktbewertung einholen und realistische Preisspanne festlegen.
- Auftragsart wählen: Alleinvermittlung oder einfacher Auftrag.
- Maklervertrag prüfen: Laufzeit, Provision, Leistungsumfang.
- Unterlagen zusammenstellen: Grundbuch, WEG-Vertrag, Betriebskosten, Protokolle.
- Energieausweis rechtzeitig beauftragen.
- Wohnung herrichten: aufräumen, entpersonalisieren, kleine Mängel beheben.
- Professionelle Fotos und Grundriss erstellen lassen.
- Überzeugendes Exposé mit konkreten Angaben verfassen.
- Vermarktungsweg festlegen: öffentlich oder Off-Market.
- Interessenten vorqualifizieren und Einzelbesichtigungen führen.
- Kaufanbot prüfen, Konditionen verhandeln, Treuhandabwicklung klären.
- Kaufvertrag beim Notar, Grundbucheintragung, Schlüsselübergabe mit Protokoll.
Altbau oder Neubau verkaufen: was Käufer in Wien suchen
Der Wiener Markt ist gespalten zwischen charakterstarken Altbauwohnungen und effizienten Neubauten, und beide sprechen unterschiedliche Käufergruppen an. Altbauwohnungen mit Stuck, hohen Räumen, Fischgrätparkett und Flügeltüren erzielen in Lagen wie dem 7., 8. oder 9. Bezirk hohe Quadratmeterpreise, vorausgesetzt, Fenster, Heizung und Leitungen sind in gutem Zustand. Käufer achten hier besonders auf den Sanierungsstand der Gemeinschaftsteile und auf die Höhe der Rücklage, weil größere Hausreparaturen teuer werden können.
Neubauten punkten mit niedrigem Energieverbrauch, Freiflächen, Lift und barrierefreiem Zugang. Diese Objekte verkaufen sich stark über die Betriebskosten und die Energieklasse. Heben Sie im Exposé hervor, was Ihre Zielgruppe wirklich sucht: bei Altbau den Charme und die intakte Substanz, bei Neubau die Effizienz und den Komfort. Eine fundierte Einordnung Ihres Objekts liefert die professionelle Immobilienbewertung, und einen Überblick über das aktuelle Preisniveau gibt der Artikel zu den Immobilienpreisen in Wien.
Rechtliche Stolperfallen: Gewährleistung und Aufklärungspflicht
Auch beim Privatverkauf zwischen Privatpersonen gilt in Österreich grundsätzlich die gesetzliche Gewährleistung. Sie lässt sich vertraglich einschränken, aber nicht für arglistig verschwiegene Mängel ausschließen. Wer einen bekannten Wasserschaden, Schimmel oder ein anhängiges Verfahren in der Eigentümergemeinschaft verschweigt, riskiert nach dem Verkauf Forderungen des Käufers. Die sicherste Strategie ist Offenheit: Bekannte Mängel gehören dokumentiert und im Kaufvertrag festgehalten.
Häufig unterschätzt wird die Aufklärungspflicht zu wertrelevanten Umständen, etwa geplanten Großsanierungen der Eigentümergemeinschaft, Bausünden früherer Umbauten ohne Baubewilligung oder bestehenden Dienstbarkeiten im Grundbuch. Prüfen Sie den aktuellen Grundbuchstand auf Lasten und holen Sie die letzten Versammlungsprotokolle ein. Ein sorgfältig erstellter Kaufvertrag durch einen Parteienvertreter schützt Sie vor späteren Auseinandersetzungen und ist gut investiertes Geld, gerade bei einem Verkaufswert in sechsstelliger Höhe.
Häufig gestellte Fragen
Was muss ein Maklervertrag beim Wohnungsverkauf in Österreich enthalten?
Ein Maklervertrag muss laut österreichischem Maklergesetz (MaklerG) mindestens enthalten: Art des Auftrags, Laufzeit, Provisionshöhe (max. 3% des Kaufpreises zzgl. 20% USt.), Leistungsumfang und Kündigungsfristen. Ein Alleinvermittlungsauftrag gibt dem Makler exklusives Vermittlungsrecht — prüfen Sie genau, was Sie damit aufgeben.
Was macht ein gutes Immobilien-Exposé aus?
Ein professionelles Exposé enthält hochwertige Grundrisse und Fotos (Weitwinkel, natürliches Licht), vollständige Objektbeschreibung mit Energieausweis-Klasse, Lagebeschreibung mit konkreten Infrastrukturhinweisen, realistischer Kaufpreis sowie alle relevanten Dokumente. Objekte mit professionellen Fotos erzielen in Wien durchschnittlich 8–12% höhere Angebotspreise.
Wie lange dauert ein Wohnungsverkauf in Wien durchschnittlich?
Ein professionell begleiteter Wohnungsverkauf dauert in Wien je nach Lage und Preissegment durchschnittlich 3 bis 6 Monate — von der ersten Bewertung bis zur Schlüsselübergabe. In Top-Lagen werden Objekte oft deutlich schneller vermittelt, teils innerhalb von 6 Wochen.
Welche Dokumente brauche ich für den Wohnungsverkauf?
Für den Wohnungsverkauf in Österreich benötigen Sie: aktueller Grundbuchauszug, Energieausweis (Pflicht seit 2012), Baupläne/Grundriss, Wohnungseigentumsvertrag, aktuelle Betriebskostenabrechnungen, Protokolle der Hausverwaltung sowie Nachweise über Sanierungsarbeiten.
Wie finde ich den richtigen Verkaufspreis für meine Wohnung in Wien?
Der Verkaufspreis sollte auf einer professionellen Marktbewertung basieren. In Wien liegen die Quadratmeterpreise 2026 je nach Bezirk zwischen 3.500 und 16.000 Euro. Eine kostenlose Erstbewertung durch einen Wiener Makler gibt Orientierung, ohne zur Beauftragung zu verpflichten.
Key Takeaways
- Der Maklervertrag muss Auftragsart, Laufzeit, max. 3% Provision und Leistungsumfang klar regeln.
- Objekte mit professionellen Fotos erzielen in Wien 8–12% höhere Angebotspreise — Exposé-Qualität zahlt sich direkt aus.
- Fehlende Dokumente verzögern den Verkauf um 4–8 Wochen — Grundbuchauszug, Energieausweis und Betriebskostenabrechnungen frühzeitig bereitstellen.
- Wiener Quadratmeterpreise reichen von 3.500 bis 16.000 Euro/m² je nach Bezirk und Ausstattung.
- Ein Alleinvermittlungsauftrag schließt Sie von der Eigenvermarktung aus — Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen.
- Eine kostenlose Marktbewertung ist der erste und wichtigste Schritt vor jedem Wohnungsverkauf in Wien.
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